Rauhnächte von Ellen Sandberg
Die Rauhnächte sind die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Diese Zeit wird genutzt, um das alte Jahr mit Ritualen und Räuchern abzuschliessen. Eine mystische Zeit. Genau in dieser Zeit spielt der Roman von Ellen Sandberg.
Als die 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt zusammen. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn-Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauchnächten, so sagt man, drängen alte Geheimnisse wieder ans Licht. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt….
In zwei Zeitebenen wird abwechslungsweise die Geschichte erzählt. Einmal aus der Sicht von Pia und einmal aus der Sicht von Pia’s Mutter. So erfährt man abwechselnd, wie es Pia in Wasserburg ergeht und was mit Pia’s Mutter wirklich geschehen ist. Stück für Stück setzen sich so Vergangenheit und Gegenwart wie ein unheilvolles Puzzle zusammen. Das hat mir sehr gut gefallen und hat mich durch die Kapitel «fliegen» lassen.
Gerne empfehle ich diesen spannenden, abwechslungsreichen und mystischen Roman.